Ernährung
Adventskalender für Hunde: getreidefrei, gekauft oder selbst gemacht
Worauf Sie beim Adventskalender für Hunde achten sollten: Zutaten, Snackmenge, getreidefrei ja oder nein, Selbstbasteln und was nicht hineingehört.

Adventskalender sind längst nicht mehr nur etwas für Kinder. Viele Hundehalter möchten auch ihrem Vierbeiner in der Vorweihnachtszeit jeden Tag eine kleine Freude machen – und greifen zu einem Kalender mit 24 Hundesnacks. Im Handel finden sich dafür inzwischen zahlreiche Varianten, auffällig oft mit dem Hinweis „getreidefrei“.
Ehrlich gesagt: Ihr Hund versteht das Prinzip der Türchen nicht. Er freut sich über den Snack und über die gemeinsame Minute mit Ihnen – und genau das ist ein guter Grund für einen Kalender. Damit aus dem Ritual kein Problem für Verdauung oder Gewicht wird, lohnt aber ein genauer Blick auf Inhalt, Menge und Zutaten. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es in der Saison 2026 ankommt und wie Sie einen Kalender einfach selbst füllen.
Welche Arten von Hunde-Adventskalendern gibt es?
Grob lassen sich drei Typen unterscheiden:
- Snack-Kalender: hinter jedem Türchen ein Leckerli, meist Trockensnacks, Kaustreifen oder kleine Fleischstücke. Das ist die häufigste Variante.
- Spielzeug-Kalender: kleine Spielsachen statt Futter. Für Hunde mit Futterunverträglichkeiten eine Alternative, aber prüfen Sie, ob die Teile groß und stabil genug sind, damit nichts verschluckt wird.
- Mischformen: Snacks und gelegentlich ein Spielzeug oder ein Kauartikel.
Dazu kommt die Unterscheidung nach Rezeptur: mit oder ohne Getreide, mit einer oder mehreren Fleischsorten, manchmal auch als Kombi-Kalender für Hund und Katze. Welche Variante passt, hängt weniger vom Etikett ab als von Ihrem Hund – seiner Größe, seinem Gewicht und seiner Verträglichkeit.
Getreidefrei: sinnvoll oder nur ein Werbeversprechen?
Früher hieß es oft, Getreide sei für Hunde grundsätzlich schädlich, mache dick oder löse Allergien aus. So pauschal stimmt das nicht.
Hunde sind keine reinen Fleischfresser. Im Laufe der Domestikation haben Hunde mehr Kopien des Gens AMY2B entwickelt, das für die Verdauung von Stärke wichtig ist. Das zeigte eine viel beachtete Genomstudie von Axelsson und Kollegen (2013). Gut aufgeschlossenes Getreide können die meisten Hunde also verwerten.
Getreideallergien sind selten. Eine Auswertung von Mueller, Olivry und Prélaud (2016) über Hunde mit bestätigter Futtermittelallergie fand als häufigste Auslöser Rindfleisch (34 Prozent der Fälle), Milchprodukte (17 Prozent), Huhn (15 Prozent) und Weizen (13 Prozent). Weizen kommt vor – aber ein Kalender mit Rind oder Huhn ist für einen allergischen Hund nicht automatisch besser, nur weil er getreidefrei ist.
Getreidefrei heißt nicht kohlenhydratfrei. Statt Weizen oder Mais stecken oft Kartoffeln, Erbsen, Linsen oder Süßkartoffeln in den Snacks. Die US-Arzneimittelbehörde FDA ist ab 2018 Meldungen nachgegangen, nach denen Hunde, die überwiegend getreidefreies Futter mit viel Hülsenfrüchten oder Kartoffeln bekamen, an einer bestimmten Herzmuskelerkrankung (dilatative Kardiomyopathie, DCM) erkrankten. Ein ursächlicher Zusammenhang ist bis heute nicht belegt; seit Ende 2022 veröffentlicht die FDA nur noch Neues, wenn es aussagekräftige Erkenntnisse gibt. Für 24 Adventssnacks spielt das praktisch keine Rolle, es zeigt aber: „Ohne Getreide“ ist kein Gesundheitssiegel.
Wann getreidefrei sinnvoll sein kann: wenn Ihr Hund nachweislich auf ein bestimmtes Getreide reagiert, wenn er eine tierärztlich festgelegte Ausschlussdiät bekommt oder wenn Sie ihn ohnehin getreidefrei füttern und das Futter nicht durch Snacks verwässern möchten. Einen Überblick über getreidefreies Hundefutter und seine Zutaten finden Sie auf einer eigenen Fachseite; unsere Einordnung dazu lesen Sie im Beitrag Getreidefreies Hundefutter – sinnvoll oder nicht?.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Ein Kalender ist schnell gekauft, die Rückseite wird selten gelesen. Nehmen Sie sich zwei Minuten dafür:
- Vollständige Zutatenliste: Steht dort konkret, was enthalten ist („Rindfleisch 80 %“), oder nur „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“? Je genauer, desto besser für Hunde mit empfindlichem Magen.
- Eine oder wenige Proteinquellen: Für Allergiker ist ein Kalender mit einer einzigen, bekannten Fleischsorte sicherer als ein bunter Mix.
- Analytische Bestandteile: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche sollten angegeben sein. Sehr fettreiche Snacks können bei empfindlichen Hunden Durchfall auslösen.
- Zucker, Farbstoffe, Aromen: Bunte, knochen- oder sternförmige Kekse sehen hübsch aus, brauchen aber keine Farbe. Zucker hat im Hundesnack nichts verloren.
- Größe der Snacks: Achten Sie darauf, dass die Stücke zur Größe Ihres Hundes passen – Sehr kleine Stücke verleiten große Hunde zum Schlingen, sehr große liefern kleinen Hunden zu viele Kalorien.
- Herkunft und Hersteller: Ein Hersteller mit Adresse und Kontaktmöglichkeit gibt Ihnen einen Ansprechpartner bei Fragen.
Kundenbewertungen im Onlinehandel helfen nur bedingt: Ob ein Snack schmeckt, sagt nichts darüber, ob er Ihrem Hund bekommt. Die Deklaration ist verlässlicher. Wie Sie Futterangaben grundsätzlich lesen, erklären wir in Hundefutter im Test: darauf kommt es an.
Die Snacks gehören zur Tagesration
Das wichtigste Detail wird am häufigsten übersehen: Die Kalendersnacks sind zusätzliche Kalorien. Als Faustregel empfehlen Fachleute, dass Leckerli insgesamt höchstens etwa 10 Prozent des täglichen Energiebedarfs ausmachen. Kommen im Advent noch Trainingshappen, Kauartikel und Reste vom Plätzchenteller dazu, ist diese Grenze schnell überschritten.
So bleibt es im Rahmen:
- Anrechnen: Ziehen Sie die Kalendersnacks von der Tagesration ab, besonders bei kleinen Hunden. Ein Kauartikel, der für einen 30-Kilo-Hund eine Kleinigkeit ist, kann für einen Chihuahua ein beachtlicher Teil des Tagesbedarfs sein.
- Teilen: Bei kleinen Hunden lässt sich ein Snack halbieren und die zweite Hälfte später im Training nutzen.
- Große Hunde: Für große Rassen wie den Königspudel sind die Portionen in vielen Kalendern eher knapp bemessen. Das ist kein Grund zum Nachlegen – das Ritual zählt, nicht die Menge.
- Nicht alles auf einmal: Auch wenn der Hund bettelt: ein Türchen pro Tag. Ein ganzer Kalender auf einmal kann Magen und Darm deutlich überfordern.
Wenn Sie ohnehin mit Futterbelohnungen arbeiten, können Sie das Türchen mit einer kleinen Übung verbinden – etwa mit einem neuen Trick aus dem Clickertraining. Dann ist der Snack verdient und das gemeinsame Ritual wird zur Beschäftigung.
Was nicht in einen Hunde-Adventskalender gehört
In der Weihnachtszeit liegen im Haushalt mehr Dinge herum, die für Hunde gefährlich sind. Einige davon sind bereits in kleinen Mengen giftig:
| Lebensmittel | Warum gefährlich |
|---|---|
| Schokolade, Kakao | enthält Theobromin, das Hunde nur sehr langsam abbauen; je dunkler, desto gefährlicher |
| Xylit (Birkenzucker) | löst beim Hund eine massive Insulinausschüttung und lebensgefährliche Unterzuckerung aus; nach Angaben der Universität Gießen können bereits 0,1 g pro Kilogramm Körpergewicht reichen |
| Weintrauben, Rosinen | können Nierenversagen verursachen, auch in Stollen, Früchtebrot und Müsli |
| Macadamianüsse | können Schwäche, Zittern und Gangstörungen auslösen |
| Zwiebeln, Knoblauch | schädigen rote Blutkörperchen, auch als Gewürz in Braten und Soßen |
| gegarte Knochen | splittern und können Maul, Speiseröhre und Darm verletzen |
Achten Sie auch auf den Adventskalender der Kinder: Schokoladenkalender stehen oft in Hundehöhe, und die Pappe ist schnell aufgebissen. Stellen Sie ihn außer Reichweite.
Wann Sie sofort zum Tierarzt sollten: wenn Ihr Hund Schokolade, Xylit, Trauben oder Rosinen gefressen hat – auch wenn er noch munter wirkt. Symptome können mit Verzögerung auftreten. Rufen Sie in der Praxis oder beim tierärztlichen Notdienst an und nennen Sie, was und ungefähr wie viel Ihr Hund gefressen hat. Das gilt auch bei Erbrechen, Durchfall oder Unruhe, die nach Kalendersnacks auftreten und nicht rasch abklingen.
Den Adventskalender selbst füllen
Ein selbst gefüllter Kalender hat klare Vorteile: Sie bestimmen Zutaten und Menge, können ihn an eine Allergie anpassen und die Hülle jedes Jahr wiederverwenden.
So gehen Sie vor
- Behälter wählen: 24 kleine Stoffsäckchen, Papiertüten, Streichholzschachteln oder ein Eierkarton mit Deckeln. Stoffsäckchen lassen sich waschen und wiederverwenden.
- Nummerieren: mit Stift, Stempel oder Anhängern. Hängen Sie die Säckchen an eine Schnur oder einen Zweig – außer Reichweite des Hundes.
- Füllen: mit Snacks, die Ihr Hund sicher verträgt. Das kann auch einfach das gewohnte Trockenfutter in einer anderen Form sein, kleine Stücke getrocknetes Fleisch, ein Kauartikel oder ein selbst gebackener Keks.
- Menge festlegen: Planen Sie die Kalorien vorher ein und ziehen Sie sie von der Tagesration ab.
Anregungen für weitere Formen finden Sie etwa unter weitere Ideen für Hunde-Adventskalender.
Ideen für die Türchen
- ein Stück Lieblingssnack in einem Futterspielzeug versteckt
- eine Schnüffelrunde: ein paar Futterstücke auf dem Rasen verstreut
- ein neues, sicheres Spielzeug an einem der Adventssonntage
- ein Gutschein für Sie selbst: ein extralanger Spaziergang, ein Ausflug an den See, eine Runde Suchspiel
Gerade die Erlebnis-Türchen sind für viele Hunde wertvoller als ein weiterer Snack – und sie haben keine Kalorien.
Fertige getreidefreie Kalender
Wer lieber kauft, findet getreidefreie Hunde-Adventskalender im Fachhandel, im Onlinehandel und direkt bei Futterherstellern. Sie sind meist ab Herbst erhältlich und in beliebten Varianten vor Dezember oft vergriffen.
Ein Beispiel ist der getreidefreie Adventskalender für Hund und Katze von ANIfit, den es saisonal im ANIfit-Onlineshop gibt. Ob er gerade erhältlich ist, sehen Sie direkt im Shop. Transparenzhinweis: Der Shop gehört zum Betreiber dieser Seite, es handelt sich also um Werbung in eigener Sache. Für jeden fertigen Kalender gilt dieselbe Prüfung wie oben beschrieben – Zutaten lesen, Menge anrechnen.
Weihnachten mit Hund: ruhig statt üppig
Manche Halter gehen noch weiter und veranstalten ein Weihnachtsessen für den Hund. Das ist in Ordnung, solange es hundegerecht bleibt: ungewürztes, mageres Fleisch, etwas gegartes Gemüse, keine Soße, keine Reste vom Festtagsbraten. Stellen Sie Futter nicht plötzlich komplett um, sondern geben Sie Neues in kleinen Mengen.
Für viele Hunde ist das schönste Geschenk ohnehin ein ruhiger Rückzugsort, wenn Besuch kommt, und ein ordentlicher Spaziergang zwischen den Feiertagen.
Häufige Fragen
Ab wann darf ein Welpe einen Adventskalender bekommen?
Grundsätzlich auch im ersten Winter, wenn die Snacks weich genug und klein sind. Welpen haben einen empfindlichen Magen – verwenden Sie am besten das gewohnte Welpenfutter oder bereits erprobte Snacks und rechnen Sie alles auf die Tagesration an.
Mein Hund hat eine Futterallergie. Geht ein Kalender trotzdem?
Ja, aber am sichersten selbst gefüllt – mit dem Futter oder dem Snack, den Ihr Tierarzt für die Diät freigegeben hat. Während einer Ausschlussdiät sollten Sie keine anderen Snacks geben, sonst ist das Ergebnis nicht mehr aussagekräftig.
Ist ein Kalender für Hund und Katze sinnvoll?
Kombi-Kalender sind praktisch, wenn beide Tiere im Haushalt leben. Achten Sie darauf, dass die Katzen-Türchen nicht beim Hund landen und umgekehrt – und dass die Snacks für beide Tierarten ausgewiesen sind.
Fazit
Ein Adventskalender für Hunde ist eine schöne Tradition, solange er die Ernährung nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Ob mit oder ohne Getreide ist weniger wichtig als eine klare Zutatenliste, eine passende Snackgröße und die Menge im Blick. Am meisten Kontrolle haben Sie mit einem selbst gefüllten Kalender – und am meisten Freude machen oft die Türchen, hinter denen gemeinsame Zeit steckt.
Quellen und weiterführende Informationen (4)
- Mueller, Olivry, Prélaud (2016): Common food allergen sources in dogs and cats, BMC Veterinary Research
- FDA: Investigation into Potential Link between Certain Diets and Canine Dilated Cardiomyopathy
- Justus-Liebig-Universität Gießen, Kleintierklinik: Xylitolvergiftung beim Hund
- Axelsson et al. (2013): The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet, Nature


