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hunde-links24Das Hundemagazin

Alltag & Reisen

Urlaub mit Hund: Einreiseregeln, Gesundheit und Packliste

Urlaub mit Hund gut planen: Heimtierausweis, Chip und Tollwutimpfung, Sonderregeln einzelner Länder, Reisekrankheiten im Süden und eine Packliste.

Von der Redaktion hunde-links24.deÜberarbeitet am 26. September 2026

Mensch und Hund laufen im Abendlicht am Strand an der Brandung entlang, im Hintergrund eine alte Festung

Viele Hundehalter möchten ihren Hund im Urlaub nicht zurücklassen – und das ist auch gut möglich, wenn die Reise zum Hund passt. Ob Ferienhaus an der Ostsee, Wanderwoche in den Alpen oder Strandurlaub in Südeuropa: Entscheidend ist die Vorbereitung. Wer spontan losfährt, riskiert an der Grenze oder am Urlaubsort unangenehme Überraschungen.

Dieser Ratgeber fasst zusammen, was Sie für Reisen mit Hund im Jahr 2026 wissen sollten: welche Papiere und Impfungen vorgeschrieben sind, welche Länder Sonderregeln haben, wie Sie Ihren Hund vor Reisekrankheiten schützen und was in den Koffer gehört. Die Rechtslage kann sich ändern – prüfen Sie die Regeln Ihres Ziellandes daher vor jeder Reise bei den offiziellen Stellen.

Die richtige Reise für den Hund

Bevor es um Papiere geht, lohnt eine ehrliche Frage: Hat Ihr Hund Freude an dieser Reise? Ein nervöser Hund in einer vollen Großstadt, ein älterer Hund mit Gelenkproblemen auf einer Bergtour oder ein wasserscheuer Hund am Badestrand – das stresst alle Beteiligten.

Richten Sie die Planung nach drei Punkten aus:

  • Körperliche Fitness: Lange Wanderungen und Hitze sind nur etwas für gesunde, trainierte Hunde. Welpen, sehr alte Hunde und kurzköpfige Rassen vertragen Anstrengung und hohe Temperaturen deutlich schlechter.
  • Nervenstärke: Viele Menschen, Lärm, fremde Hunde und ständig neue Eindrücke überfordern manche Hunde. Ruhige Ziele sind dann die bessere Wahl.
  • Gewohnheiten: Ein Hund, der zu Hause nur kurze Runden kennt, sollte im Urlaub nicht plötzlich täglich 20 Kilometer laufen. Steigern Sie die Belastung schon vorher.

Planen Sie außerdem feste Ruhezeiten ein. Neue Umgebung ist für Hunde anstrengend, auch wenn sie nur daliegen und alles beobachten.

Wann eine Betreuung zu Hause besser ist

Manchmal ist es fairer, den Hund in vertrauter Umgebung zu lassen – etwa bei Fernreisen mit Flug im Frachtraum, bei sehr heißen Zielen im Hochsommer, bei Ländern mit strengen Einreiseregeln oder wenn der Hund an den meisten Ausflugszielen nicht mitdarf. Eine gute Hundebetreuung, Freunde oder eine seriöse Hundepension sind dann eine echte Alternative. Wie Sie Ihren Hund an kurze Trennungen gewöhnen, lesen Sie in Hund alleine lassen.

Einreisebestimmungen innerhalb der EU

Für private Reisen mit Hund innerhalb der Europäischen Union gelten einheitliche Grundregeln. Ihr Hund braucht:

  1. Einen Mikrochip nach ISO-Norm. Der Chip muss vor der Tollwutimpfung gesetzt worden sein, damit die Impfung eindeutig dem Tier zugeordnet werden kann. Ältere, gut lesbare Tätowierungen werden nur anerkannt, wenn sie vor dem 3. Juli 2011 angebracht wurden.
  2. Einen EU-Heimtierausweis, den Ihre Tierarztpraxis ausstellt. Darin sind Chipnummer, Impfungen und gegebenenfalls Behandlungen eingetragen.
  3. Eine gültige Tollwutimpfung. Die Erstimpfung ist frühestens mit zwölf Wochen möglich und wird erst 21 Tage danach für die Reise gültig. Ein Welpe kann also frühestens mit etwa 15 Wochen in ein anderes EU-Land einreisen. Wird die Auffrischung rechtzeitig vor Ablauf gegeben, entfällt die Wartezeit.

Was sich 2026 geändert hat

Seit dem 22. April 2026 gelten neue EU-Regeln für private Reisen mit Heimtieren. Sie sollen vor allem illegalen Welpenhandel erschweren. Für die meisten Urlauber ändert sich wenig:

  • Die Obergrenze von fünf Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) bei privaten Reisen gilt jetzt ausdrücklich pro Fahrzeug. Ausnahmen gibt es nur für Wettbewerbe und Ausstellungen mit Nachweis.
  • Heimtierausweise und Bescheinigungen enthalten zusätzliche Angaben, etwa den Code des Herkunftslandes. Neu ausgestellte Ausweise folgen ab dem 1. Januar 2028 einem neuen Muster; vorher ausgestellte Ausweise bleiben gültig.
  • Reist der Hund nicht mit dem Halter, sondern mit einer anderen Person, braucht diese eine schriftliche Vollmacht.
  • Für Einreisen aus Nicht-EU-Ländern gelten ab dem 1. Oktober 2026 neue Tiergesundheitsbescheinigungen.

Sonderregeln: Bandwurmbehandlung

Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland gelten als frei vom Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis). Hunde müssen dort zusätzlich zur Tollwutimpfung zwischen 24 und 120 Stunden (1–5 Tage) vor der Einreise tierärztlich gegen diesen Bandwurm behandelt werden. Die Behandlung wird im Heimtierausweis eingetragen. Planen Sie den Tierarzttermin passend zur Fähre oder zum Grenzübertritt.

Länder außerhalb der EU

Für die Schweiz, Großbritannien und andere Nicht-EU-Staaten gelten eigene Regeln, teils mit zusätzlichen Bescheinigungen. Bei der Rückkehr aus manchen Drittländern ist außerdem ein Tollwut-Antikörpertest (Titerbestimmung) nötig, der Monate Vorlauf braucht. Informieren Sie sich frühzeitig bei der Botschaft des Ziellandes, beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und bei Ihrer Tierarztpraxis.

Rassebeschränkungen und Maulkorbpflicht

Einige Länder und Regionen beschränken die Einreise oder Haltung bestimmter Rassen oder schreiben Leine und Maulkorb in öffentlichen Bereichen vor. Die Regeln sind je nach Land sehr unterschiedlich. Wenn Sie einen großen oder als „gefährlich“ gelisteten Hund haben, prüfen Sie das unbedingt vor der Buchung – und gewöhnen Sie Ihren Hund, falls nötig, schon zu Hause in Ruhe und mit Belohnung an einen gut sitzenden Maulkorb.

Gesundheit: Reisekrankheiten im Süden

In Süd- und Südosteuropa kommen Krankheitserreger vor, die in Deutschland seltener sind. Übertragen werden sie vor allem von Sandmücken, Stechmücken und Zecken. Die wichtigsten:

Krankheit Überträger Vorkommen (Beispiele)
Leishmaniose Sandmücken Mittelmeerraum, z. B. Spanien, Italien, Griechenland, Südfrankreich
Herzwurm (Dirofilariose) Stechmücken Mittelmeerraum, Teile Südosteuropas
Babesiose Zecken in Teilen Europas, auch in Deutschland
Ehrlichiose Zecken vor allem Mittelmeerraum

Die Expertenorganisation ESCCAP empfiehlt, den Schutz rechtzeitig vor der Abreise zu beginnen. Mittel gegen Mücken und Zecken wirken nicht sofort: Halsbänder brauchen nach ESCCAP-Angaben mindestens etwa eine Woche, Spot-on-Präparate mindestens 24 Stunden Vorlauf. Gegen Herzwurm gibt es eine vorbeugende Behandlung, die im Urlaubsgebiet beginnt und nach der Rückkehr fortgesetzt werden muss. Gegen Leishmaniose ist zudem eine Impfung möglich.

Welche Mittel und welcher Plan für Ihren Hund und Ihr Reiseziel passen, besprechen Sie am besten sechs bis acht Wochen vor der Reise mit Ihrer Tierarztpraxis. Der Reisetest von ESCCAP gibt einen guten Überblick nach Urlaubsland. Praktisch vor Ort: Hund in der Dämmerung und nachts drinnen lassen, wenn Sandmücken aktiv sind, und Fenster mit feinen Mückennetzen sichern.

Auch Flöhe reisen gern mit. Wie Sie einen Befall erkennen und behandeln, steht in Hundeflöhe bekämpfen.

Wann Ihr Hund zum Tierarzt gehört

Suchen Sie im Urlaub oder danach eine Tierarztpraxis auf, wenn Ihr Hund

  • Fieber hat, schlapp ist oder nicht frisst,
  • anhaltend erbricht oder Durchfall hat, besonders mit Blut,
  • bei Hitze stark hechelt, taumelt oder nicht mehr ansprechbar wirkt (Hitzschlag – sofort kühlen und Notdienst anrufen),
  • nach der Rückkehr abnimmt, Hautveränderungen, Nasenbluten oder Husten entwickelt.

Manche Reisekrankheiten zeigen sich erst Wochen oder Monate später. Sagen Sie der Praxis deshalb immer, wo Ihr Hund im Urlaub war.

Die Unterkunft: „Hunde willkommen“ genau prüfen

Hundefreundliche Ferienhäuser und Hotels gibt es inzwischen viele – die Bedingungen unterscheiden sich aber stark. Fragen Sie vor der Buchung konkret nach:

  • Kosten: Pauschale pro Nacht oder pro Aufenthalt? Extra-Endreinigung?
  • Regeln: Darf der Hund allein im Zimmer bleiben? Ist er im Frühstücksraum, im Garten oder am Pool erlaubt?
  • Größe und Anzahl: Gibt es Grenzen bei Größe oder Zahl der Hunde?
  • Umgebung: Liegt die Unterkunft an einer viel befahrenen Straße? Ist das Grundstück eingezäunt? Gibt es in der Nähe Auslaufmöglichkeiten und Hundestrände?

Wichtig ist ein ruhiger Platz, an dem sich Ihr Hund zurückziehen kann. Ein sehr kleines Zimmer oder ein hellhöriges Apartment kann einen unsicheren Hund dauerhaft unter Anspannung setzen.

Die Anreise

Mit dem Auto sind Sie am flexibelsten. Planen Sie alle zwei bis drei Stunden eine Pause mit Wasser und einer kurzen Runde ein und sichern Sie Ihren Hund während der Fahrt – so wie es auch die Straßenverkehrsordnung verlangt. Wie das am besten geht, erklären wir in Mit dem Hund im Auto. Lassen Sie Ihren Hund bei warmem Wetter nie im geparkten Auto zurück.

Bei Bahn, Fähre und Flug gelten die Regeln des jeweiligen Anbieters – etwa zu Maulkorb, Transportbox, Ticket oder Unterbringung an Bord. Flugreisen im Frachtraum sind für viele Hunde sehr belastend; wägen Sie genau ab, ob sie nötig sind.

Packliste für den Hund

Papiere und Gesundheit

  • EU-Heimtierausweis (und ggf. weitere Bescheinigungen für das Zielland)
  • Nachweis der Hundehaftpflichtversicherung
  • Medikamente, die Ihr Hund regelmäßig bekommt, mit ausreichendem Vorrat
  • Floh- und Zeckenschutz, ggf. Mückenschutz nach tierärztlicher Beratung
  • kleine Reiseapotheke (Verbandsmaterial, Zeckenzange, Wundspray nach Rücksprache mit der Praxis)
  • Telefonnummer einer Tierarztpraxis und eines Notdienstes am Urlaubsort

Alltag

  • gewohntes Futter für die ganze Reise oder zumindest die ersten Tage – eine Futterumstellung im Urlaub belastet den Magen zusätzlich
  • Futter- und Wassernapf, Wasser für unterwegs
  • Leine, Geschirr, ggf. Schleppleine und Ersatzhalsband
  • Adressanhänger mit Ihrer Handynummer; Chip vorher bei einem Haustierregister registrieren
  • Kotbeutel
  • Maulkorb, falls im Zielland oder in Verkehrsmitteln vorgeschrieben

Komfort

  • eigene Decke oder Hundebett – der vertraute Geruch hilft beim Ankommen
  • alte Handtücher für nasse und sandige Pfoten
  • Decke für Sofa oder Bett der Unterkunft, falls der Hund darauf darf
  • Bürste, besonders für stark haarende Hunde
  • Lieblingsspielzeug oder Kauartikel für ruhige Stunden

Für kleine oder ältere Hunde, die auf längeren Ausflügen nicht mehr alles laufen können, kann ein Tragerucksack nützlich sein – mehr dazu in Mit dem Hund auf Reisen: ein Hunderucksack.

Urlaubsarten im Überblick

Strand und Meer

Viele Hunde lieben Strandspaziergänge. Prüfen Sie aber, ob und wann Hunde an den Strand dürfen – in vielen Urlaubsorten gilt in der Hauptsaison ein Hundeverbot am Badestrand, und nur ausgewiesene Hundestrände sind erlaubt. Bieten Sie reichlich Süßwasser an, damit Ihr Hund kein Salzwasser trinkt, und sorgen Sie für Schatten. Heißer Sand kann die Pfoten verbrennen.

Wandern

Bergtouren eignen sich für gesunde, trainierte Hunde. Welpen und junge Hunde im Wachstum sollten keine langen oder steilen Touren gehen. Nehmen Sie immer genug Wasser mit, achten Sie auf Weidevieh (Hund an die Leine, Abstand halten) und kontrollieren Sie die Pfoten nach steinigen Wegen.

Städtereisen

Für gelassene Hunde, die Trubel gewöhnt sind, sind Städte kein Problem. Klären Sie vorab, ob Hunde in Museen, Restaurants und öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt sind, und planen Sie Pausen in Parks ein.

Häufige Fragen

Wie lange vorher muss ich mit der Planung beginnen?

Bei Reisen innerhalb der EU mit bereits geimpftem Hund reichen meist vier bis acht Wochen für Tierarzttermin und Parasitenschutz. Ist der Hund noch nicht gegen Tollwut geimpft oder reisen Sie in ein Nicht-EU-Land, kann die Vorbereitung mehrere Monate dauern.

Gilt mein alter Heimtierausweis noch?

Ja. Ausweise nach dem bisherigen Muster, die vor dem 1. Januar 2028 ausgestellt wurden, gelten weiter. Achten Sie darauf, dass die Tollwutimpfung lückenlos eingetragen ist.

Brauche ich für einen Urlaub in Deutschland Papiere?

Für Reisen innerhalb Deutschlands ist kein Heimtierausweis vorgeschrieben. Es ist trotzdem sinnvoll, ihn mitzunehmen – darin stehen die Impfungen, falls Ihr Hund am Urlaubsort tierärztlich behandelt werden muss. Beachten Sie auch die Hundeverordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Fazit

Urlaub mit Hund gelingt, wenn die Reise zu Ihrem Hund passt und rechtzeitig vorbereitet ist. Chip, Heimtierausweis und gültige Tollwutimpfung sind in der EU Pflicht, einige Länder verlangen zusätzlich eine Bandwurmbehandlung. Für Reisen in den Süden gehört ein Parasitenschutz dazu, der vor der Abreise beginnt. Dazu eine ruhige Unterkunft, gewohntes Futter und genug Pausen – dann wird der Urlaub für beide erholsam.

Quellen und weiterführende Informationen (5)
  1. BMLEH: Reisen mit Heimtieren – Hunde, Katzen und Frettchen
  2. Your Europe (EU): Reisen mit Haustieren innerhalb der EU
  3. Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland: Neue EU-Regeln für die Mitnahme von Haustieren (22.04.2026)
  4. ESCCAP Deutschland: Reisetest und Parasitenschutz nach Urlaubsland
  5. ESCCAP Deutschland: Tipps zum Schutz vor Reisekrankheiten